Emma beim Zählen der Enten am Stand ihrer Eltern auf der Michaelismesse.

Kinderleben auf der Michaelismesse in Wertheim – Schaustellerkind Emma (Teil 2)

Emma (10 Jahre) fühlt sich als Kind von Schaustellern auf der Michaelismesse in Wertheim wohl. Dort bieten ihre Eltern das Entenangeln an. Emma berichtet wir ihr Tag als Schaustellerkind an einem Wochenende auf der Wertheimer Messe aussieht.

Stolz rekommandiert Emma aus dem Führerstand des „Breakdance“ auf der Wertheimer Michaelismesse. Ihr Vater, der das Entenangeln betreibt, vertritt dort den Betreiber. Wenn wenig los ist, darf Emma Anweisungen und Sprüche für die Fahrgäste über das Mikrofon verkünden. Das nennt man rekommandieren. „Die Leute machen dann, was ich sage“, freut sie sich. Die Leute feierten es, wenn ein Kind rekommandiert. „Ich bekam sogar schon einmal ein Kuscheltier von zwei etwas älteren Jungs, die ich nicht kannte, geschenkt.“ Auch im Stand des Entenangels helfe sie gerne mit, zählt und sortiert.

Festumzug und gutes Essen
Es bleibt aber auch genügend Zeit für Spaß und das Treffen mit Freundinnen auf dem Festplatz und um diesem herum. Emma kommt durch den Beruf ihrer Eltern auf rund 20 verschiedene Messe- und Festplätze im Jahr. „In Wertheim gefallen mir der Messeumzug und die guten Gastronomiestände auf der Messe.“

Freundinnen vom Festplatz
Emma hat auch andere Schaustellerkinder als Freunde. Dazu gehören die beiden Mädchen der Familie, die den Autoscooter betreibt, der auf der Wertheimer Michaelismesse zu Gast ist. „Ich sehe die beiden nur einmal im Jahr in Wertheim“, sagte Emma. Unter dem Jahr schreiben sie sich und telefoniere sehr oft. „Es ist eine sehr große Freude, wenn wir uns einmal im Jahr sehen.“ Sie seien auch immer gespannt, wie die anderen jetzt aussehen. „Wir freuen uns immer sehr darauf.“

Auch mit der Tochter des Breakdance Betreibers ist Emma gut befreundet. Sie kann sie auch unter dem Jahr häufiger sehen.

Ihre Zeit in Wertheim verbringt sie dann auch gerne mit ihren Freundinnen.

Lieblingsorte auf der Wertheimer Messe
„Ich bin gerne in den Fahrgeschäften, aber auch an den Marktständen der Messe.“ An den Ständen schaue sie, was es gibt, und kaufe auch mal etwas. Dabei überlege sie sich, ob sie es wirklich brauche und dafür Taschengeld ausgeben will. Man müsse auch darauf achten, dass nichts kaputt ist, gab sie einen Tipp für den Einkauf generell. Manchmal kaufe sie ein paar Süßigkeiten, Anime-Figuren oder Squishies. Sie sei auch gerne hinter den Wohnwägen der Schausteller oder gehe mal mit ihren Eltern in die Altstadt von Wertheim. „An die Tauber dürfen wir nicht allein, das ist zu gefährlich“, ergänzte sie.

Emma vor ihrem Wohnwagen

Der Alltag auf der Messe
Ihre Hausaufgaben übers Wochenende mache sie entweder zu Hause, bevor sie auf den Festplatz fährt oder am Wochenende im Wohnwagen. „Ich kann mich trotz des Lärms auf der Messe konzentrieren“, betonte sie und ergänzte, morgens dürfe sie ausschlafen.  Zwischen sieben und acht Uhr morgens ist sie aber fit. Dann macht sie sich fertig und frühstückt im Campingwagen. „Dann gehe ich mit unserem Hund Penny Gassi.“ Manchmal helfe sie danach im Stand des Entenangelns, zum Beispiel beim Einräumen der Ware. „Wir machen auf, wenn auch die anderen Geschäfte für Kinder auf dem Platz aufmachen.“
Im Laufe des Tages geht sie zu Freundinnen auf dem Platz. „Wir spielen zusammen oder gehen über den Markt.“ Auch die Fahrgeschäfte nutzen sie gerne. Ist nicht viel los, dürfen Schaustellerkinder des Platzes gratis mitfahren. „Wir fahren Breakdance, Golden Star und Musik Express“, erklärte sie und verwies sie auf die Liebe zu schnellen Fahrgeschäften. Sie gingen aber auch gerne ins Dietz Rio, ein Parcours-Haus. Ihre Freundin sei so wie sie, ergänzte Emma.
Mittagessen koche ihre Mama im Wohnwagen. Dort isst die Familie gemeinsam.
Um 20 Uhr müsse sie im Wohnwagen sein, sagte Emma. Dann dürfe sie noch etwas Fernsehen schauen. „Um 21 Uhr muss ich ins Bett.“ Trotz lauter Musik auf dem Festplatz in direkter Nähe zum Campingwagen könne sie gut einschlafen. „Ich habe schon als kleines Kind bei Lärm besser geschlafen als bei Stille.“
Der Wohnwagen sei groß genug. Ins dortige Bett passten neben ihr auch ein paar Plüschtiere, die sie gerne mag. Die Familie fahre auch im Sommerurlaub damit weg. „Wir waren dieses Jahr mit dem Campingwagen in Italien“, berichtete sie.

In Teil eins der Geschichte erfahrt ihr wie Emma als Schaustellerkind lebt und was ihr daran gefällt.