Mira (11 Jahre) berichtet in einer TV-Reportage für Kinder über ihr Leben mit Migräne – Spannende und lustige Dreharbeiten für KIKA „Story Time“ erlebt
Wertheim. „Alle Gedanken sind immer an ihrem Platz und dann kommt die Migräne als Tornado und wirbelt die Gedanken durcheinander, davon kommt der Schmerz“, so beschreibt die elfjährige Mira aus Wertheim ihre Migräne. In der TV-Reportage für Kinder „Story Time“ gibt sie persönliche Einblicke in das Leben mit Migräne und wie sie damit umgeht. „Mir war wichtig, da mitzumachen“, sagte sie. Es sei ihr Traum gewesen einmal im Fernsehen zu sein. Zudem wolle sie ihre Geschichte erzählen. „Damit andere wissen, wie sich Migräne anfühlt und wie besser damit umgehen können.“ Mira war von Ende April bis Anfang Mai 2026 in einer Klinik für Rheuma und Schmerztherapie für Kinder und Jugendliche in Garmisch-Partenkirchen. Die Redakteure der Reihe hatte dort angefragt, ob sie ein Kind für den Beitrag nennen könnte. Die Oberärztin schlug Mira vor. Ihre Mutter Verena erinnert sich, wir bekamen einen Anruf vom Hessischen Rundfunk mit der Frage, ob ein Dreh mit Mira möglich wäre. Ihre Eltern waren sich einig, das soll sie selbst entscheiden. „Ich war in meinem Zimmer in der Klinik als meine Mama anrief und mich fragte“, sagte Mira. Sie sei erstmal erstaunt gewesen, habe dann aber schnell zugesagt. „Die Zeit mit dem TV-Team hat mir gut gefallen.“ An Pfingsten besuchte der Autor des Beitrags Marco Giacopuzzi Mira zu Hause in Grünenwört. Dort besprach man das Konzept des Beitrags. „Er schlug etwas vor und fragte, ob es für mich ok ist.“ Miras Vater Thorsten lobte die offene Atmosphäre bei der Zusammenarbeit. Mira ergänzte, ich konnte mir einen Freund aussuchen, der beim Dreh mitmacht. Ihre Entscheidung fiel auf ihren langjährigen Freund Vincent. Auch dessen Eltern waren einverstanden.
Einblicke in den Dreh
In der Reportage ist der Autor des Beitrags nicht selbst zu sehen. Marco habe ihr hinter der Kamera Fragen gestellt, die sie dann im Film beantwortet habe. Manchmal habe er diese auch zu kompliziert formuliert. „Ich sagte dann öfters: Nochmal Klartext“, blickte Mira auf den Dreh zurück. „Es fiel mir nicht schwer die persönlichen Einblicke zu teilen.“ Alle seien nett gewesen. „Ich lernte das gesamte Filmteam mit Marco, sowie Kamera- und Tonmann auch vorher kennen.“ Außerdem hatte die Familie eine kleine Kamera bekommen, mit der sie Filmen konnten, wenn das Team nicht da war. „Für mich gab es beim Filmen eines Migräneanfalls einen Punkt, bis hierhin und nicht weiter.“ Mit der kleinen Kamera hätten sie eigentlich nur eine Szene gedreht. Insgesamt war das Team neun Drehtage bei Mira. Gedreht wurde Mitte Juli sowie Ende Juli und Anfang August 2026. Das Team sei den Ganzen Tag da gewesen „Das Team bekam alles gut hin und wir haben viel gelacht“, freute sich Mira. Lachen musste sie zum Beispiel als der Autor den Squishy in ihrem Zimmer ausprobierte. Die Art des Filmteams habe es ihr auch einfach gemacht zu erzählen.
Am ersten Drehtag sei sie von der Schule gekommen und das Team war schon da. „Ich stellte meine Schuhe und meinen Ranzen ab und dann hieß es schon, ich soll sie wieder anziehen, denn wir drehen jetzt mal meinen Nachhauseweg.“ Neben der Tonangel kam auch ein verdeckt angebrachtes Ansteckmikrofon zum Einsatz. Der Umgang mit der Kamera sei ihr schwerer gefallen als mit dem Ton, vor allem als die Kamera so nah an ihr Gesicht kam.
Die Szene bei der Autofahrt war für Miras Mutter eine besondere Herausforderung. Die Kamera, die sie und Mira filmte, war mit starken Magneten auf der Motorhaube befestigt. „Ich musste mich beim Fahren an das Gerät vor mir gewöhnen.“ Das galt auch für die Mikroverkabelung und das zusätzliche Licht im Auto. Das Team hatte das Thema für die Unterhaltung im Auto vorgegeben. „Wir hörten nach drei Sätzen aber auf zu reden und hörten lieber Musik“, sagte Verena.
Ein besonderes Erlebnis für Mira war der Dreh beim Konzertbesuch von Mark Forster. Die Karten für ihren Lieblingskünstler hatte sie zum Geburtstag bekommen. Vom Konzertveranstalter hatte das Filmteam die Auflage bekommen nur bei den ersten zwei Liedern zu filmen. Im Film durften dann nur etwa 30 Sekunden vom Konzert gezeigt werden. Mira und ihre Mutter berichteten, das Film hätte viele Blicke der anderen Konzertbesucher auf sich gezogen. Es war für Mira das erst Konzert. „Es war richtig gut“, sagte sie. Ein Höhepunkt für sie war zudem das Mark Forster Shirt, dass ihr ihre Mutter beim Konzert kaufte.
Mira und ihr bester Freund Vincent forderte die Sportlichkeit des Filmteams
Mira und ihr Freund Vincent sorgten mit ihren Szenenwünschen für Herausforderungen beim Filmteam. So gibt es eine Szene mit den Beiden in einem Bach im Wald. „Das Filmteam hatte Zweifel, ob sie aus dem Bach wieder hochkommen.“ Der Kameramann Joshua Holz habe beige-weiße Sneaker angehabt. „Die waren nach dem Dreh der Szene braun.“ Er habe sich an den Bäumen heruntergehandelt. Tonmann Eric Etterer rutschte auf der Hose mit der Technik auf dem Bauch nach unten.
Auch die Übernachtungsszene von Mira und Vincent gefiel ihr, denn ihr bester Freund übernachtete im Anschluss tatsächlich bei ihr.
Besonders Spaß machte Mira auch die Szene vom Schwimmtraining bei der DLRG im Wertheimer Freibad. Dazu durfte sie abends nach Ende des Badebetriebs ins Becken. Der Kameramann hüpfte für eine Szene mit einer Schutzhülle um die Kamera ins Schwimmerbecken. „Er meinte, kannst du für den Dreh auch langsamer schwimmen.“ Zudem kam eine Drohne für das Filmen zum Einsatz. Schwierig fand Mira die Szene, in der sie aus ihrer Diagnose vorlas. „Da waren lauter komische Wörter drin.“ Das Vorlesen habe man dann auch fünfmal gedreht.
Die Mitwirkenden konnten den Film vor Veröffentlichung prüfen. „Es ist komisch sich selbst auf dem Bildschirm zu sehen. Es fühlt sich falsch an“, meinte Mira. Mit der Endfassung war sie zufrieden.
Ihr Vater resümierte, er wüsste nicht, ob er sich getraut hätte, bei solch einem Beitrag mitzumachen. „Der Beitrag war sehr gut, sie hielten sich an alle unsere Vorgaben.“ Den Eltern ist wichtig, dass der Beitrag würdig ist und sich Mira auch später noch damit wohlfühlt. Alle sind sich einig, dies gelang. Mira und ihre Familie freuten sich über viele positive Rückmeldungen zum Beitrag in der Mediathek.
Einblicke in das Leben mit Migräne
Zu ihrer Erkrankung stellte Mira fest, es sei traurig, dass sie deswegen das Turnen aufgeben musste. „Es machte mir Spaß, aber ich hatte nach jedem Training schmerzen.“ Dinge im Alltag wie Seilspringen, die für Erschütterungen sorgen, könne sie ebenso nicht machen. Bei Migräne könne sie sich in der Schule auch nicht konzentrieren und lasse sich abholen. Das komme zum Glück aber nicht oft vor. „Mein größter Wunsch ist, dass auf der Welt keine Schmerzen mehr gibt“, betonte sie. Bei Migräne helfen ihr Ruhe, Dunkelheit und Schlaf egal zu welcher Tageszeit.
Das wünscht sich Mira von anderen
Von Freunden und Bekannten wünscht sie sich, dass sie respektieren, wenn sie sich bei Migräne zurückzieht. „Sie sollten einmal selbst fühlen, wie es sich anfühlt.“ Anderen Kindern mit Migräne will sie zeigen: „Du bist nicht allein.“ Sie hofft mit dem TV Beitrag Verständnis für die Krankheit zu wecken.
Wo kann man den TV-Beitrag sehen
Der TV-Beitrag zu Mira in der Serie „Story Time“ kann in der ARD-Mediathek online abgerufen werden.
